Regenerative Therapien

ACP, Arthrex®

Stichworte: Autologes Conditioniertes Plasma

Die Herstellung des körpereigenen (autologen) Conditionierten Plasmas basiert auf der venösen Blutentnahme des zu behandelnden Patienten mittels einer speziellen Doppelspritze (Fa. Arthrex Bio Systems®) und der biotechnischen Prozessierung nach Maßgaben der Herstellerfirma. Der konkrete Wirkungsmechanismus der Behandlung ist noch nicht vollständig geklärt. Nach Angaben der Fa. Arthrex Bio Systems® kommt es zur Freisetzung und Anreicherung verschiedener Wachstumsfaktoren (PDGF AB & BB, TGF ß1 & ß2, IGF, EGF und VEGF), welche sich im Heilungsprozess verschleißbedingter Gelenkerkrankungen positiv auswirken. Erste klinische Erfahrungen in der Anwendung dieses relativ jungen Therapiekonzeptes sind positiv. Die relativ kurze Herstellungszeit dieses Therapeutikums erlaubt auch die Herstellung während einer arthroskopischen Gelenksdiagnostik in Vollnarkose und wird daher im Rahmen der optimalen Gelenksversorgung gerne im Rahmen der Arthroskopie eingesetzt.

IRAP®, Orthokin®, ACS

Stichworte: Interleukin-1, Anti-Interleukin, IL-1Ra (Interleukin-1 Rezeptor Antagonist), IRAP® (Interleukin Rezeptor Antagonisierendes Protein), ACS (Autologes Conditioniertes Serum)

Einer der ursächlichen Hauptfaktoren für schmerzhafte Gelenkserkrankungen ist der körpereigene Botenstoff Interleukin-1. Ziel der IRAP®-Therapie ist es, ein körpereigenes (autologes) Anti-Interleukin als entzündungshemmende Substanz zu nutzen, um das Gelenk zu therapieren.
Ein spezielles biotechnologisches Verfahren regt hierzu die zuvor gewonnenen Blutzellen des Patienten zur Synthese des ´Interleukin Rezeptor Antagonisierenden Proteins´ (IRAP®) an. Das steril aufgearbeitete Serum kann anschließend wiederholt in die betroffenen Gelenke injiziert oder auch in tiefgefrorenem Zustand über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden. Oberflächliche Knorpeldefekte können hierdurch zum Stillstand und ggf. zur Abheilung gebracht werden. Besonders positiv zu vermerken ist die ausgesprochene Verträglichkeit dieser Therapiemethode mit nahezu keinen zu erwartenden Nebenwirkungen.

Osteokin®, PRP (Platelet Rich Plasma)

Stichworte: Thrombozyten (Blutplättchen), Thrombozyten-reiches Plasma

Ähnlich der IRAP®-Therapie wird mithilfe eines speziellen biotechnologischen Verfahrens aus dem Blut des Patienten ein autologes (körpereigenes) Substrat hergestellt. Hierin angereichert befinden sich Thrombozyten (Blutplättchen), Wachstumsfaktoren (growth factors) sowie vereinzelte Stammzellen.
Dieses Konzentrat kann in der chirurgischen Versorgung von zystoiden Knochendefekten oder bei der Frakturversorgung verwendet werden. Vor allem jedoch findet es Einsatz in der Behandlung von Sehnendefekten, deren Heilung dadurch sehr positiv beeinflusst wird. Das Ergebnis besteht in einer besseren und beschleunigten Defektheilung. Wie auch bei der autologen IRAP®-Behandlung sind bisher kaum Nebenwirkungen bekannt.

MSC (mesenchymale Stammzellentherapie)

Stichworte: Mesenchymale Stammzellen (MSC), Knochenmark, Equine Mesenchymal Stem Cells (EMSC)

Die Grundlage dieses Verfahrens bieten undifferenzierte Zellen (mesenchymalen Stammzellen), die unter sterilen Kautelen dem Knochenmark oder dem Fettgewebe entnommen werden. Diesen sog. pluripotente Zellen wird die Fähigkeit zugeschrieben, sich je nach der Gewebsumgebung, in welche sie verpflanzt werden, zu verschiedenen Zelllinien der Stützgewebe (z.B. Sehnenzellen, Knorpelzellen und Knochenzellen) zu differenzieren. Die Hauptanwendung findet diese Behandlungsmethode bei Bänder- und Sehnendefekten. Die Gewinnung der Stammzellen erfolgt in der Regel aus dem Brustbein oder dem Hüfthöcker des Patienten und wird mittels spezieller Biopsiestanzen durchgeführt. Da dieser Vorgang nach einer präzisen Arbeit verlangt und für das Pferd unangenehm sein kann, kann mitunter eine Kurznarkose notwendig werden. Grundsätzlich ist jedoch auch die Entnahme am stehenden sedierten Patienten möglich. Grundsätzlich sind verschiedene therapeutische Vorgehensweisen möglich;

Unverändertes Knochenmarkspunktat:
Zum einen kann das entnommene Punktat in unverändertem Zustand in den Sehnen- oder Banddefekt injiziert werden. Dabei werden neben den in geringer Menge vorhandenen mesenchymalen Stammzellen auch weitere Bestandteile des Knochenmarks übertragen. Hierzu zählen z.B. Wachstums- und Differenzierungsfaktoren sowie Fibrinogen. Vorteilig ist die direkte Injizierbarkeit des Punktats ohne Zeitverzögerung. Wegen der geringen Stammzellkonzentration des Punktats und sich häufenden Berichten über zeitversetzte Kalzifizierungs- und Metaplasiebildungen in den injizierten Geweben ist die direkte Punktatanwendung jedoch unter Fachleuten umstritten und insgesamt rückläufig.

Aufgearbeitetes Knochenmarkspunktat:
Um der Inhomogenität des nativen Knochenmarkpunkats entgegenzuwirken, kann die Isolation und Anreicherung der mesenchymalen Stammzellen in verschiedenen Speziellabors vorgenommen werden. Diese Aufarbeitung nimmt in der Regel etwa 2-3 Wochen in Anspruch.

Reproduktionsmedizin

Siehe Gynäkologie

Die Reproduktionsmedizin beschäftigt sich mit der natürlichen und assistierten Fortpflanzung und ihren Störungen. Die Reproduktionsmedizin umfasst dabei auch die Fachgebiete der Andrologie, Urologie, Gynäkologie und Genetik. Die Betreuung von Einzelpatienten ist ebenso Teil der Reproduktionsmedizin wie die Beratung und Betreuung von Zuchtverbänden und Gestüten.
Im Rahmen der Reproduktionsmedizin bieten wir alle gängigen Untersuchungen und Behandlungen an. Hierzu zählen unter anderem Probennahmen und bakteriologische sowie histologische Untersuchungen, Brunstsynchronisationen, Besamungen (Nativsperma, TG-Sperma), Trächtigkeitsuntersuchungen (manuell und ultrasonographisch), Trächtigkeitsbetreuung sowie alle Facetten der Geburtshilfe.