Fohlen unterscheiden sich in ihrem Stoffwechsel und auch in ihrem Verhalten noch deutlich von erwachsenen Pferden. Bei der Diagnostik und Therapie sowie beim Einsatz bestimmter Medikamente sind diese Unterschiede zu berücksichtigen. Neben neugeborenen Fohlen, die z.B. lebensschwach sind, oder Fohlen mit Sepsis, welche eine Intensivtherapie benötigen, kümmern wir uns auch um die Erkrankungen älterer Fohlen, wie z.B. Rhodococcen-Infektionen oder Lawsonia intracellularis Enteritis. Neben internistischen Erkrankungen der Fohlen werden auch orthopädische Probleme, wie Achsenfehlstellungen an der ´Pferdeklinik Altforweiler´ operativ versorgt.
Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) können vielerlei Ursachen haben. So gibt es bakterielle Gehirnhautentzündungen aber auch Viren (z.B. West Nile Virus, Herpes Virus, Borna Virus) oder Parasiten (z.B. Halicephalobus gingivalis) können Nervenausfälle verursachen. Am häufigsten sind traumatische Ursachen, z.B. nach Stürzen. So kann es nach einem Unfall zu einem Schädel-Hirn-Trauma mit Blindheit und anderen Nervenausfällen kommen. Pferde mit Schädel-Hirn-Trauma haben entgegen landläufiger Meinung eine nicht allzu schlechte Prognose. Unter anderem können Quetschungen des Rückenmarks z.B. durch arthrotische Veränderungen der kleinen Gelenke der Halswirbelsäule zu Ataxie (Gleichgewichtsstörungen) führen. Ataxie ist eines der häufigsten neurologischen Symptome, welches jedoch verschiedenste Ursachen haben kann. Aber auch Probleme im Bereich der peripheren Nerven, z.B. Radialislähmungen, kommen beim Pferd vor. Schluckprobleme können ebenfalls neurologisch bedingt sein und bedürfen einer Abklärung, da lebensbedrohliche Erkrankungen ursächlich sein können. Kopfschiefhaltung oder eine dauerhaft hängende Lippe sind häufig auch Anzeichen eines neurologischen Ausfalls, z.B. Vestibulärsyndrom. So kann eine Verknöcherung des Gelenks zwischen Zungenbein und Schädelknochen (sog. Temporohyoidosteoarthropathy) zu einer sekundären Schädelfraktur führen. Gerade bei Fohlen sind neurologische Symptome häufig Ausdruck einer schwerwiegenden Infektion (Sepsis). Aber auch angeborene Probleme oder Verschiebungen im Flüssigkeitshaushalt können zu Krampfanfällen führen. Eine intensivmedizinische Versorgung unter anderem mit antikonvulsiver Therapie (Behandlung von Krampfanfällen) ist in diesen Fällen indiziert.
"Headshaking" als Symptom einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen fällt auch in diesen Bereich. Wie bieten die komplette Headshaking Abklärung an und in Fällen von idiopathischem Headshaking unterschiedliche Lösungsansätze.
- Neurologische Untersuchung mit Provokationstests
- Blutuntersuchungen
- Liquorpunktion (sowohl atlanto-okzipital in Vollnarkose als auch lumbosakral am stehenden Pferd)
- Röntgenuntersuchung, z.B. Kopf, Halswirbelsäule
- Myelographie
- Ultraschalluntersuchung, z.B. der kleinen Halswirbelsäulengelenke
- Endoskopische Untersuchung (z.B. Luftsäcke)
- Sollte eine entsprechende weiterführende Diagnostik nötig sein (z.B. CT, EEG) kann diese in Absprache mit den entsprechenden Einrichtungen organisiert werden.
- Injektion von entzündungshemmender Medikamentation in die kleinen Halswirbelsäulengelenke bei Facettengelenksarthrosen
Siehe Neurologie
| Szintigraphie |
Die Szintigraphie ist ein hochsensibles bildgebendes Verfahren, welches am stehenden sedierten Patienten erstellt werden
kann. Dabei werden radioaktiv markierte Stoffe (z.B.Technecium Tc99) über eine Injektion in den Körper eingebracht und reichern sich in den zu untersuchenden Bereichen des Organismus an. Im Rahmen der Pferdemedizin wird die Szintigraphie vor allem zur Lokalisation von Entzündungsherden im Bewegungsapparat eingesetzt, welche aufgrund der klassischen Lahmheitsdiagnostik nicht oder nur unsicher diagnostiziert werden können. Dazu zählen vor allem auch Untersuchungen der Wirbelsäule und der rumpfnahen Gliedmaßenabschnitte (z.B. Schulter, Hüfte, Iliosakralgelenke), welche in der klassischen bildgebenden Diagnostik mitunter nur schwer untersuchbar sind.
Mit Hilfe einer Gammakamera kann die ausgesandte Strahlung in ein farb- oder graustufenvisualisiertes Bild (Szintigramm) transformiert werden. Die Strahlenbelastung des Patienten ist dabei zu vernachlässigen. Lediglich frühgravide Stuten sollten einer szintigraphischen Untersuchung nur im Einzelfall unterzogen werden. Ansonsten stellt die Untersuchung ein sensibles, präzises und stressarmes Diagnostikum dar.
Hier finden Sie in Kürze unser Merkblatt zur Szintigrafie. |
| RSO (Radiosynoviorthese) |
Der Begriff ´Synoviorthese´ setzt sich zusammen aus den griechischen Wortteilen ´Synovialis´ (Gelenkinnenhaut) und ´Orthesis´ (Wiederherstellung). Durch das Einbringen spezieller Radionuklide in die betroffenen Gelenke, können die Entzündungsprozesse an der zum Teil zottenartige verdickten Synovialis eingedämmt und damit Schmerzen und Schwellungen der chronisch entzündeten Gelenke gemindert werden. Die Strahlung der Radionuklide beschränkt sich dabei auf den Gelenkinnenraum, da die maximale Strahlungsreichweite nur wenige Millimeter beträgt.
Die Wahl des Radionuklids richtet sich dabei nach der Größe des zu behandelnden Gelenks sowie dem Ausmaß der Entzündung. Zur Verfügung stehen Yttrium [90Y], Rhenium [186Re] und Erbium [169Er].
Die Therapie gleicht einer Gelenkpunktion, welche am stehenden Tier vorgenommen werden kann und gilt unter Einhaltung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen als risikoarm. |